Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Andreas Manthey
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Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon Andreas Manthey » 10.10.2016 18:49

oder es stand in der Spur 0 Lokomotive:
im Bericht über die JHV in Haltern im Heft 2 / 2016 wurde auch über das Modularrangement von Dr. Braunert und mir auf der JHV in Haltern berichtet. Der Chronist stellte abschließend fest:
„Absolut perfekt wäre die Anlage, wenn die WLAN-gestützte und digitale Steuerung nicht in einer profanen Holzkiste, sondern in einer stilechten Teekiste „Ostfriesenmischung“ untergebracht wäre.“

Eigentlich war ich stolz auf meine Holzkiste, s. h.:
viewtopic.php?f=5&t=3193
so sah sie aus:

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Aber die Idee „Teekiste“ hat schon was. Und im Betrieb waren mir schon einige Verbesserungsideen gekommen. So wäre eine Anschlussmöglichkeit für einen Lenz-Handregler manchmal ganz praktisch. Und ein Anschluss von Gleis und Programmiergleis über 4 mm Büschelstecker würde die Schraubanschlüsse an der Lenz-Zentrale mechanisch entlasten.

Also wurde „Teekiste“ geduckduckgoet. Zunächst fand ich dort nur ca. 40 x 50 x 60 cm große Teekisten (deutlich zu unhandlich) oder kleine Behältnisse zur Aufnahme von Teebeuteln. (Ostfriesentee und Teebeutel schließen sich gegenseitig aus.)

Schließlich fand ich einen Lieferanten, der Teekisten in einer passenden Größe (28 x 28 x 38 cm) anbot:
http://www.teeausles.de
leider werden sie aktuell nicht mehr angeboten.

Die Teekiste traf wenige Tage nach Bestellung ein.

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Die Forderung Teekiste „Ostfriesenmischung“ kann leider nicht erfüllt werden. In den Kisten werden reine Teesorten aus Übersee zu den Teehändlern in den Abnehmerländern transportiert, für Ostfriesentees vor allem Assam. Glücklicherweise wird auch der mit dieser Kiste transportierte Darjeeling in Ostfriesentees eingearbeitet, sodass ich hoffe, dass der Berichterstatter meine Lösung akzeptiert.

Es können 2 Platten der Größe 24 x 30,5 cm untergebracht werden, auf denen die erforderlichen Bauteile montiert werden können:

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Links oben wurde eine Adapterplatte von Lenz eingebaut, damit können zukünftig auch normale Handregler angeschlossen werden, daneben die Bananenbuchsen mit Anschlüssen für Gleis (rot – schwarz) und Programmiergleis (gelb – blau).

Die beiden Platten werden Rücken an Rücken in die Teekiste gestellt. Um einen Wärmestau zu verhindern, wurden unten 2 kleine Lüfter eingebaut:
https://www.reichelt.de/Luefter/FAN-ML- ... +5015-12+S
Sie holen die Frischluft über den Schacht zwischen den beiden Platten und fördern sie in den Raum in dem die Bauteile montiert sind.
Im Betrieb muss die Teekiste geöffnet sein, damit die Wlan-Antennen montiert werden können.
Hier ein Blick auf die Seite mit den Anschlüssen, dem Raspberry pi und dem Trafo

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und auf die Seite mit Lenz-Zentrale, Wlan-Router und Interface.

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Die Teekiste hat mittlerweile die Testläufe erfolgreich absolviert. Der Raspberry pi wird weiterhin über eine Remotedesktopverbindung über SSH-Tunnel ferngesteuert, hier über ein kleines 10 Zoll Tablet mit Windows 10 (es zeigt gerade die Benutzeroberfläche des Raspberry.

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Mir gefällt die Kiste gut, Herr Adam vielen Dank für den Tip.

Viele Grüße Andreas

HansJürgenWiduch
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Re: Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon HansJürgenWiduch » 10.10.2016 19:09

Außerordentlich kreativ.
Vielen Dank für diesen Bericht.
entgleisungsfreie Grüße
Hans-Jürgen

Frank Minten
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Re: Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon Frank Minten » 10.10.2016 20:09

Hallo Andreas,

ich finde diese Idee Super, sie passt wie die Faust auf `s Auge. Und Du hast es gut umgesetzt. Da ich ja ein Bewunderer Deiner Anlage bin und Deine Modellbau Fertig und Fähigkeiten sehr schätze, ist dies mal wieder ein I-Punkt oben drauf.

Das mit der Rapsberry pi ist mir noch zu fremd, habe das noch nicht richtig auf dem Schirm, wie funzt das genau?

Beste Grüße, Franky :D

Hans-Peter Weigel
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Re: Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon Hans-Peter Weigel » 10.10.2016 21:01

Hallo Andreas,

tolle und schöne Umsetzung. gefällt mir sehr gut!!!!!

Herzlichst

Peter Weigel

Andreas Manthey
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Re: Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon Andreas Manthey » 10.10.2016 21:38

Hallo Frank,

wie gesagt die Idee stammt von Sebastian Adam.

Zu Deiner Frage:
Der grundsätzliche Aufbau ist hier für alle verwendbaren DCC-System sehr gut erläutert:
http://jmri.sourceforge.net/

Statt des normalerweise eingesetzten PC oder Notebook habe ich einen Raspberry Pi verwendet. Der Raspberry Pi reduziert lediglich den Platzbedarf, insbesondere wenn keine Tastatur und kein Display angeschlossen sind. Die erforderliche Bedienung erfolgt deshalb drahtlos über rdp/ssh von einem Tablet aus.

viele Grüße Andreas

Sebastian Adam
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Re: Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon Sebastian Adam » 11.10.2016 17:44

Hallo Herr Manthey,

ich habe eben bei einem Tässchen Earl Grey Ihren o.st. Bericht gelesen.
Es freut mich sehr, dass Ihnen meine Anregung zugesagt hat und Sie diese aufgegriffen und so perfekt (inkl. Lüftung) umgesetzt haben.

Ach ja, eine Darjeeling-Kiste akzeptiert der Chronist selbstverständlich auch. :D

Ich wünsche Ihnen noch viel Spaß mit der Kiste, aus der der Tee sicherlich auch ein bisschen nach Himbeeren schmeckt, oder? :lol:

Liebe Grüße
Besuchen Sie doch mal die ARGE-Seite bei Google+
https://plus.google.com/+argespur0

Andreas Manthey
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Re: Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon Andreas Manthey » 11.10.2016 20:24

Hallo Herr Adam,

nur Teesommeliers schmecken das Himbeeraroma heraus :D

viele Grüße Andreas Manthey

Andreas Manthey
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Re: Drahtlossteuerung aus der Teekiste

Beitragvon Andreas Manthey » 25.01.2018 21:29

Auf dem Raspberry Pi war als Betriebssystem raspbian installiert. Das ist die für Raspberries empfohlene Variante von Debian, einer Linux-Distribution. Da der Support des damals aktuellen Releases „Wheezy“ im Mai 2018 ausläuft, stand ein Update auf das übernächste Release „Stretch“ an.
Unter dem aktuellen Release ist die Remotedesktopverbindung nicht mehr stabil, sie bricht regelmäßig zusammen, wenn sich ein Smartphone als Funkhandregler einloggt. Weder ein Wechsel zu ArchLinux noch der Ersatz des Remotedesktopprotokolls „rdp“ durch „vnc“ brachten Abhilfe.

Deshalb habe ich auf die Fernbedienung des Raspberries von einem anderen Computer aus verzichtet. Stattdessen habe ich einen 11,6 Zoll Monitor angeschafft, eine kleine Funktastatur war schon vorhanden. Zum Transport können beide ebenfalls in der Teekiste untergebracht werden. Zum Betrieb werden sie herausgenommen.

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der Monitor, Bezugsquelle: https://www.amazon.de/dp/B01NH0404V/ref ... 01_TE_item

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die Tastatur, Bezugsquelle:

https://www.csl-computer.com/shop/produ ... 49qs8rq911

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Für Windowsfans: Als Reservesystem habe ich einen „PC on a Stick“, der einen vollwertigen Computer darstellt und statt des Raspberry eingesetzt werden kann, Bezugsquelle:

https://www.csl-computer.com/shop/produ ... 49qs8rq911

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Er wird einfach in die HDMI-Buchse des Monitors gesteckt oder über das mitgelieferte HDMI-Kabel angeschlossen.

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Alles funktioniert wieder problemlos und kann einfach in der Teekiste transportiert werden.

Und zum Abschluss: der Raspberry Pi 2B, den ich verwende, ist für den reinen Fahrbetrieb voll ausreichend. Bei weitergehenden Aufgaben wie Decoder-Programmierung etc. sind leistungsfähigere Rechner wie der „PC on a Stick“ oder ausgewachsene Notebooks/ PCs vorzuziehen.

viele Grüße Andreas


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