Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Alles rund um Gleispäne, Gleis- und Weichenbau, Gebäude und Ausgestaltung
Bernd Braunert
Beiträge: 0
Registriert: 31.01.2014 17:22

Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Bernd Braunert » 01.02.2014 14:19

Nachdem die technischen Probleme nun beseitigt sind, will ich einen ersten Überblick über mein entstehendes Projekt berichten:
Vor Jahren kaufte ich mir das Buch „Die Kleinbahn Leer Aurich Wittmund“ und war sofort begeistert von der Bahn. Insbesondere hatte es mir der Bahnhof Großefehn angetan und der Entschluss war gefasst, den Bahnhof in 0m nachzubilden. Von den Bahnanlagen sind leider nur das frühere Empfangsgebäude sowie die Brückenköpfe der Drehbrücke noch vorhanden. Auch ist die Datenlage insgesamt dürftig.
Neben dem Bahnsteiggleis verfügte der Bahnhof über ein Umsetzgleis, ein beidseitig angeschlossenes Nebengleis sowie ein Stumpfgleis. Bis Ende der Dreißigerjahre existierte noch ein weiteres Gleis, das bis an den Kanal führte und primär der Torfverladung diente. Um etwas mehr Rangiermöglichkeiten zu ermöglichen, habe ich dieses Gleis ebenfalls nachgebildet, obwohl der Bahnhof dadurch schon eine grenzwertige Breite erreichte.
Der Bahnhof ist allerdings so gestaltet, dass ich in meinem Kellerraum auf Empfangsgebäude und einen Großteil des Kanalanschlusses verzichten kann. Mit den bisher in Aufbau befindlichen Modulen erreicht der Bahnhof eine Länge von 4 Metern. Später kommt noch die Drehbrücke hinzu sowie 2 Streckenteile, die die Deckungssignale zur Sicherung der Brücke enthalten sollen. Damit wäre der Bahnhof für meinen Keller eindeutig zu lang, aber da kann ich auf beiden Streckenteile und ev die Drehbrücke verzichten.
Die Gleise und Weichen (Code 100 von Peco) liegen auf 3 mm starken Sperrholzschwellen, die ich mir inclusive der Bohrungen für die Gleisnägel gefräst habe. Die Vorlage und Idee stammt allerdings nicht von mir, sondern von einem Freund. Er fräst auch gerne auf Anforderung für andere Modellbahner. Falls Interesse besteht, bitte eine kurze PN an mich. Die Weichenherzstücke sind vorgefertigt, die Weichenzungen stelle ich mir mit der Feile her. Am Zungenende wird ein Draht eingelötet und durch ein im Trassenbrett eingeklebtes Messingröhrchen mit 0,8mm Innendurchmesser geführt. Die Gleisstühlchen habe ich mir geätzt. Angetrieben werden die Weichen mit Servoantrieben von M. Hellmann mit Decodern von ESU. Die Servoantriebe sollen digital sowie analog bedient werden können.
Demnächst werde ich über den Bau des Empfangsgebäudes berichten, das zwar noch auf die endgültige Fertigstellung wartet, aber schon recht weit fortgeschritten ist.
Der Bahnhof wird Teil einer im Entstehen begriffenen Modulanlage sein, die anläßlich der NUSSA 2014 in Stadtoldendorf erstmalig zu sehen sein wird und auch den Haltepunkt Popens von Andreas zeigen wird.
Viele Grüße
Bernd
Gebäude.JPG
Das Erdgeschoß des Bahnhofsgebäudes ist weitgehend fertiggestellt. Das Obergeschoß ist vorbereitet und wird bald zu sehen sein.
Gebäude.JPG (221.91 KiB) 7314 mal betrachtet
Dateianhänge
Module1.JPG
Blick auf die Südseite des Bahnhofs. Das nach links abzweigende Gleis führt zum Kanal.
Module1.JPG (141.83 KiB) 7006 mal betrachtet
Weiche.JPG
Die im Bau befindliche Weiche mit den gefeilten, aber noch nicht befestigten Zungen
Weiche.JPG (225.88 KiB) 7314 mal betrachtet
Gleis_Weichenrost.JPG
Die gefräßten und tws gebeizten Holzschwellen
Gleis_Weichenrost.JPG (268.13 KiB) 7314 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Bernd Braunert am 04.02.2014 19:25, insgesamt 2-mal geändert.

Frank Minten
Beiträge: 0
Registriert: 02.11.2010 16:16
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Großefehn

Beitragvon Frank Minten » 01.02.2014 17:35

Hallo Bernd,

Das ist schon jetzt ein sehr schönes Gebäude und ich bin gespannt auf mehr.

Sind die Gebäudeteile auch in Zusammenarbeit mit Andreas und Co. entsstanden. Also gefräst und vorher mit Cat gezeichet worden? Oder hast Du alles in Einzelarbeit gefertigt ?

Beste Grüße, Franky, der aus Waldau..... :lol: 8-)

Bernd Braunert
Beiträge: 0
Registriert: 31.01.2014 17:22

Re: Großefehn

Beitragvon Bernd Braunert » 01.02.2014 22:21

Hallo Frank,
mit dem Gebäude hatte ich angefangen, lange bevor ich Andreas kennengelernt habe. Die Methodik ist weitgehend identisch. Recherchieren, CAD-Zeichnen und CNC-Fräsen. Ich werde in Kürze Details zum Bau mit weiteren Fotos berichten.

Viele Grüße
Bernd

Bernd Braunert
Beiträge: 0
Registriert: 31.01.2014 17:22

Re: Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Bernd Braunert » 03.02.2014 14:21

Heute möchte ich mit dem Bericht zum Bahnhofsgebäude beginnen. Beim ersten Durchblättern des Buches zur LAW gefiel mir das Gebäude auf Anhieb. Als es mir dann auch noch gelang, Kopien alter Bauunterlagen zu bekommen, gab es kein Halten mehr. Das Originalgebäude ist nach mehrfachem Umbau nicht unbedingt schöner geworden und so habe ich mich entschlossen, es in der ursprünglichen Version zu bauen, als auch die Giebelseiten noch ihr Fachwerk hatten.
Vorbild Gleisseite, Foto A. Manthey.JPG
Die Bahnsteigseite hat sich gegenüber dem früheren Zustand sehr stark verändert. Das wird besonders deutlich, wenn ich demnächst auch das Obergeschoß aufgesetzt habe.
Vorbild Gleisseite, Foto A. Manthey.JPG (94.87 KiB) 7131 mal betrachtet
Lediglich die Südseite zeigt noch viel von ihrem Ursprung.
Vorbild Südseite.JPG
Die Südseite des Bahnhofsgebäudes ist noch weitgehend unverändert erhalten.
Vorbild Südseite.JPG (145.42 KiB) 7131 mal betrachtet

Nach etlichen Versuchen und vielen Stunden an Zeichenarbeit konnte ich dann ans Fräsen gehen. Trotz intensiver Vorarbeit hatte ich das Mauerwerk mit Normziegelmaßen versehen. Erst auf der ersten Radtour mit Andreas war mir aufgefallen, dass man in älteren ostfriesischen Bauten oft ein kleineres Maß verwendet hat. Wir fahren trotzdem auch in diesem Jahr wieder! Ich werde auch mit dem jetzigen Zustand leben müssen, denn die ganze Arbeit möchte ich nicht wiederholen. Nach wiederholtem Studium der Bilder ist mir dann auch aufgefallen, dass 2 Türen nicht richtig wiedergegeben wurden. Die habe ich dann allerdings doch neu gefräst.
Alle Wandelemente wurden aus 3mm starkem Polystyrol gefräst. Das entspricht etwa 1 Steinbreite bei Normziegeln. Heute würde ich, aufgrund der Kenntnisse der verwendeten Ziegel, 2,5mm Polystyrol verwenden. Im Türbereich habe ich die Wandstärken verdoppelt. Alle Fugen wurden mit einem 0,3mm Fräser ausgefräst und an Ecken (Fenstern) 0,3mm gebohrt. Die Farbgebung erfolgte anders als von Andreas in seinem Beitrag zu Popens beschrieben. Ich habe zuerst die Wandteile komplett mit Fugenfarbe gespritzt und dann die Ziegel alle einzeln mit Revell Farbe und Pinsel gestrichen. Dabei habe ich einige Ziegel durch Beifügen anderer Farben hervorgehoben. In einigen Bereichen habe ich dünn Anthrazit aufgetragen und mit dem Finger verwischt. Falls jetzt jemand meint, das sei verrückt – nicht weitersagen. Ich hatte den Eindruck auch so manches Mal. Die Deckenbalken habe ich so weit möglich, an die Form des Originals angepasst. So ganz ging das nicht, denn bei Stärken von 3 bzw. 4 mm sind dem Fräserdurchmesser Grenzen gesetzt. Die stärkeren Eckbalken habe ich aus 4 mm Polystyrol gefräst, die anderen aus 3mm
Detail Deckenbalken.JPG
Einer der Deckenbalken im Modell. Noch feiner konnte ich ihn leider nicht darstellen.
Detail Deckenbalken.JPG (77.43 KiB) 7131 mal betrachtet
. Heute sind im Original die Balken teilweise durch Mauerungen ersetzt.
Vorbild Balken.JPG
Auf dem Foto ist noch einer der Originaldeckenbalken zu erkennen, aber auch der Ersatz durch eine Mauerung.
Vorbild Balken.JPG (124.79 KiB) 7131 mal betrachtet
Einige Deckbalken habe ich lang durchgezogen, um den Mauerplatten mehr Stabilität zu verleihen.
durchgehende Deckenbalken.JPG
Es sind noch nicht alle durchgehenden Balken eingefügt, da ich im inneren noch etwas weiterarbeiten muß. Einige der Balken weisen Zapfen auf, in die die Grundplatte des Obergeschosses eingesetzt wird und somit exakt positioniert ist.
durchgehende Deckenbalken.JPG (82.01 KiB) 7131 mal betrachtet

Fenster und Türen wurden ebenfalls aus Polystyrol gefertigt. Auch wenn noch einiges fehlt, wie Treppenstufen, Gardinen, Regenrinnen etc. kann man doch schon auf das endgültige Aussehen schließen. Demnächst geht es mit dem Obergeschoß weiter.

Bernd Braunert
Beiträge: 0
Registriert: 31.01.2014 17:22

Re: Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Bernd Braunert » 03.02.2014 14:34

Hier noch einige weitere Fotos.

Viele Grüße
Bernd
Dateianhänge
Ostseite.JPG
Ostseite.JPG (90.35 KiB) 7125 mal betrachtet
Südseite.JPG
Südseite.JPG (99.64 KiB) 7125 mal betrachtet
Nordseite.JPG
Nordseite.JPG (103.73 KiB) 7125 mal betrachtet
Bahnsteigseite2.JPG
.Die Bahnsteigseite mit den neuen Türen, die noch auf ihre Lackierung und den Einbau warten. Der seitliche Eingang ist inzwischen, wie auf dem Vorbildfoto mit dem Deckenbalken zu erkennen ist, zugemauert worden.
Bahnsteigseite2.JPG (103.42 KiB) 7125 mal betrachtet

Frank Minten
Beiträge: 0
Registriert: 02.11.2010 16:16
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Frank Minten » 03.02.2014 20:37

Hallo Bernd,

ja das ist echte Fleißarbeit, Stein für Stein einzeln zu bemalen......genau so wie bei mir an der Dorfstrasse in Waldau,Stempel für Stempel um die Pfalstersteine zu prägen, Da sind wir ja schon zwei Verrückte..... :lol: :mrgreen:

Aber es sieht genial aus wie echt,man muss schon genauer hinsehen. Darin liegt die Würze unseren Tun´s.

Ich verfolge Deinen Bericht mit Begeisterung :roll: :roll: Zeige bitte mehr davon. Grüße, Franky 8-)

Bernd Braunert
Beiträge: 0
Registriert: 31.01.2014 17:22

Re: Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Bernd Braunert » 10.02.2014 16:29

Neues aus Großefehn: Die Erdgeschossfenster sind nun mit „Gardinen“ versehen.
GardinenEG.JPG
Hier die Bahnsteigseite mit den "Tempo"-Gardinen.
GardinenEG.JPG (255.43 KiB) 6923 mal betrachtet
Das war eine ziemliche Fummelei. Im Obergeschoss war ich klüger und habe die Gardinen vor dem Zusammenbau eingeklebt.
Die Teile für das Obergeschoss des Gebäudes sind nun auch fast alle fertig. Fast, weil mir gestern ein kleines Missgeschick passiert ist. Mit einer unbedachten Bewegung habe ich eines der Giebelteile vom Tisch gefegt. Natürlich ist ein Teil (Dachbalken) abgebrochen und bisher auch nicht auffindbar. Über die Gefühle schreibe ich hier lieber nicht!
Defekter Giebel.JPG
Der Dachbalken auf der linken Seite ist abgebrochen. Das verspricht einige Zusatzarbeit.
Defekter Giebel.JPG (200.7 KiB) 6923 mal betrachtet
Für die Glasscheiben, auch bei anderen Gebäuden und Fahrzeugen hatte ich in der Vergangenheit verschiedene Sorten Acrylglas ausprobiert. Zufrieden war ich mit keiner, bis ich auf das Präzisions-Acrylglas, das von der Firma Modulor vertrieben wird, gestoßen bin. Das Material lässt sich herrlich verarbeiten und sieht auch sehr gut aus. Der Zusammenbau des Obergeschosses verzögert sich nun etwas (siehe oben), aber ich hoffe, bald wieder mehr berichten zu können. Hier noch einige Bilder der wichtigsten Bestandteile.
Beide Nordgiebel.JPG
Die beiden Giebel der Nordseite übereinandergelegt. Es ist noch etwas Feinarbeit angesagt.
Beide Nordgiebel.JPG (247.22 KiB) 6923 mal betrachtet


Viele Grüße
Bernd
Dateianhänge
Spantengerüst.JPG
Das Spantengerüst soll dem Obergeschoß die nötige Stabilität geben. Die einzelnen Wandelemente können eingesteckt und verklebt werden.
Spantengerüst.JPG (170.69 KiB) 6923 mal betrachtet
Westgiebel.JPG
Der Westgiebel mit dem Fachwerk. Heute ist der Bereich aufgestockt und nicht mehr sehr schön.
Westgiebel.JPG (253.85 KiB) 6923 mal betrachtet
Südgiebel.JPG
Der Südgiebel mit dem schönen Fachwerk, das heute leider auch nicht mehr vollständig erhalten ist.
Südgiebel.JPG (246.94 KiB) 6923 mal betrachtet
Ost und Westgiebel.JPG
Giebel der Ost- und Westseite waren identisch. Hier der intakte Giebel mit Gardinen.
Ost und Westgiebel.JPG (205.42 KiB) 6923 mal betrachtet
Dachbalken.JPG
Die Dachbalken werden in Aussparungen an den Giebelwänden eingehängt und von hinten verklebt.
Dachbalken.JPG (157.69 KiB) 6923 mal betrachtet

Ralf Denke
Beiträge: 0
Registriert: 20.06.2011 12:29

Re: Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Ralf Denke » 10.02.2014 17:03

Hallo Bernd

Mal eine Tipp für die Fenster wo Gardine hinkommen.
Schaue Dich mal in dem Bereich von Puppenstubenzubehör um.
Da gibt es sehr feine Borde, die man für unseren Maßstab verwenden kann.
Habe ich bei meinen Gebäuden auch so gemacht. Siehe unter Kolwitzer Stadtbahn.

Mit freundlichen Grüßen Ralf

Joachim Haßelmann
Beiträge: 20
Registriert: 31.05.2011 21:05

Re: Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Joachim Haßelmann » 14.02.2014 07:51

Hallo Bernd,
wie hast du die rechte Außenecke (Bild Bahnsteigseite2.JPG) gebaut, dass man keine Naht von Bauteilen erkennt?
Sieht super aus!
Grüße,
Joachim

Bernd Braunert
Beiträge: 0
Registriert: 31.01.2014 17:22

Re: Kleinbahn Leer Aurich Wittmund: Großefehn

Beitragvon Bernd Braunert » 14.02.2014 08:04

Hallo Joachim,
ich habe alle Wände aus 3mm starkem Polystyrol gefräst. Die Ecken habe ich dann zunächst vorsichtig auf einem Tellerschleifer im 45°-Winkel geschliffen und das letzte Zehntel dann mit einem Schleifklotz von Hand bearbeitet. Da die Proxxon Skalierung etwas grob ist, habe ich mir zuvor eine kleine Lehre gefräst, mit deren Hilfe ich den Tisch des Tellerschleifers exakt auf 45° einstellen kann. Dabei immer wieder mit der Lupe kontrolliert. Durch die Fugen hat man da eine gute Kontrollmöglichkeit zu testen, ob alles noch im rechten Winkel ist. Das war eine Menge Arbeit und für weitere Gebäude überlege ich, ob ich mir eine Vorrichtung für die Fräse bauen soll, was bei den teilweise doch recht großen Abmessungen der Wandteile etwas problematisch werden könnte. Mir gefällt auch die von Andreas Manthey beschriebene Methode zur Herstellung der Gehrungen. Das werde ich demnächst bei den kleineren Teilen, wie Schornsteigen, mal ausprobieren.

Viele Grüße
Bernd


Zurück zu „Anlagen- und Geländebau“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste